Von der Programmierung über die Simulation zum realen Hubschrauberflug?

Schon während meiner Schulzeit war mir klar, dass ich später einen technischen Beruf ergreifen wollte. Allerdings wollte ich nicht studieren und absolvierte daher zunächst eine Ausbildung zur Fachinformatikerin. Im letzten Ausbildungsjahr entschied ich mich dann doch für das Studium der Luft- und Raumfahrt an der TU München. Die Möglichkeit, sich intensiver mit einem speziellen Thema zu beschäftigen, reizte mich.

Trotz der unterschiedlichen fachlichen Ausrichtungen ergänzten sich Ausbildung und Studium sehr gut. Die erste berufliche Praxis aus der Ausbildung waren durchaus hilfreich im Studium. Im Studium waren mir Bezug zur Praxis und eine möglichst breitgefächerte fachliche Ausrichtung besonders wichtig, weshalb ich studienbegleitend fast durchgehend als Werkstudentin in verschiedenen Bereichen gearbeitet habe. Dabei habe ich auch in fachfremde Tätigkeiten wie das interne Marketing hinein-
geschnuppert. Ebenso hatte ich eine Aufgabe im Bereich der Fahrzeugtechnik, wo ich auch die Diplomarbeit geschrieben habe.

Die ESG habe ich auf der Unternehmenskontaktmesse IKOM an der TU München kennen gelernt. Die Kombination aus Berufsausbildung und Studium passte genau, da es bei ESG einen Unternehmensbereich gibt, der den Fokus Luftfahrt hat und sich insbesondere mit Elektronik- und Softwarethemen beschäftigt. Gut gefallen hat mir auch die Arbeitsweise, die mir vorgestellt wurde: Statt mich mit einem Detail in der Serien-
entwicklung zu beschäftigen, bin ich Teil eines überschaubaren Projekts. Da die Projekte meist abteilungsübergreifend bearbeitet werden, entstehen schnell Kontakte zu Mitarbeitern anderer Bereiche. Spannend sind auch die unterschiedlichen fachlichen Hintergründe der Kollegen – so arbeiten Luft-/Raumfahrttechniker, Informatiker, Elektro- und Nachrichtentechniker, Physiker und Mathematiker gemeinsam an einem Projekt. Angenehm und daher erwähnenswert ist das Arbeitsumfeld, denn wir sind in Zweier- und nicht in Großraumbüros tätig.

Mein Start in der neuen Abteilung war sehr unkompliziert. In der Anfangs-
zeit stand mir ein Mentor beratend zur Seite. So hatte ich immer einen Ansprechpartner, auch wenn es um fachfremde Fragen geht, die sich einem als Absolvent stellen.

Ich bin in der Abteilung „Simulation & Ausbildung“ innerhalb des Luftfahrtbereichs tätig. Bei unserem aktuellen Projekt geht es um einen Ausbildungs- und Trainingssimulator für Piloten der Bundeswehr, für welchen das Cockpit - über eine Simulation - realgetreu nachgebildet wird. Für den Außenstehenden sieht die Simulation wie ein über-
dimensioniertes Computerspiel aus. Meine konkrete Aufgabe ist die Modellbildung der CDU (Control Display Unit). Das Projekt ist für mich in zweierlei Hinsicht interessant: Zum einen bekomme ich einen tieferen Einblick in die Funktionalität z.B. eines Hubschraubers und kann des weiteren mein Wissen im Bereich der Programmierung erweitern. Was zur Krönung noch fehlt: Der reale Flug in einem Hubschrauber!