Sich täglich neu erfinden

Direkt nach meinem Elektrotechnikstudium in Lyon / Frankreich wurde ich 2001 im ESG Account „Automotive“ in unserer Niederlassung in München eingestellt.

Die ESG deckt viele Bereiche der Elektrik/Elektronik in Fahrzeugen ab, wobei mich die Themen Diagnosesysteme, Anlauftauglichkeit, Bordnetzstabilität, Systemrobustheit und Kompatibilität als Absolvent besonders ansprachen und dazu beitrugen, dass ich mich gerade für ESG entschied.

Als Absolvent begann ich bei der ESG als „Software-Entwickler Diagnosesysteme“. Meine erste Aufgabe war es, eine Hotline für ECU-Entwickler aufzubauen, den bestehenden Standard-Programmierablauf zu optimieren und neue Flash-Programmiersysteme zu testen.

Zwei Jahre später ging ich den nächsten Schritt in Richtung Absicherung & Testing von Fahrzeug-Prototypen. Hierbei hatte ich diverse Schnittstellen zu Leuten aus Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Fahrzeug-Projektsteuerung, was immer wieder neue interessante Themen in meinen Arbeitsalltag brachte. Dies erforderte, dass ich mich auch in angrenzende, aber mir bis dahin völlig fremde Bereiche wie Logistik, Prozessoptimierung, Testmethodik und Software-Kompatibilität einzuarbeiten hatte.

Nach der erfolgreichen Präsentation von E/E-Themen bei der Presse-Vorstellung des BMW 7er in 2005, wurde mir  eine Koordinationsstelle für die erwähnten E/E-Themen der Baureihen BMW 5er, 6er und 7er angeboten, die ich selbstverständlich gerne annahm. Meine Hauptaufgabe bestand ab dato darin, die Produktionsanlauf-Tauglichkeit des betroffenen Fahrzeugs zu prüfen. Erstmalig in der Funktion des Projektleiters, hatte ich nun die gesamte Steuerungsverantwortung der E/E-Absicherung im Gesamtfahrzeug inne. Test- und Erprobungsplanung, Budgetkonsolidierung, Risikomanagement sind nur einige der Themen, die in den folgenden 2,5 Jahren im Fokus meines Arbeitsalltags standen.

Wie der französische Autor Sartre so treffend schrieb: „L’homme est à inventer chaque jour“ („Der Mensch muss sich jeden Tag neu erfinden“), ging es mir als ich meine aktuelle Stelle als Projektmanager übernahm. Die für mich neue und auch disziplinare Verantwortung, die diese Stelle mit sich brachte, brachte mich zum Nachdenken über weiterführende Fragen z.B. nach dem persönlich geeigneten Führungsstil und der Vision des Unternehmens. Hierbei habe ich mir insbesondere bewusst gemacht, wieviel es über das rein Fachliche hinaus gibt, worin man sich in einem langjährigen Prozess weiterentwickeln kann.

Auf die immer wieder an mich gestellte Frage warum ich als Franzose Deutschland als Land gewählt habe, in dem ich lebe und arbeite, antworte ich gerne so: Mein Wunsch bei der Arbeitssuche war es, ein Arbeitsumfeld zu finden, das einem Freiräume bietet, um Innovation leben zu können und in dem eine gute Balance zwischen Arbeits- und Privatleben möglich ist. Für diese Ziele hat die ESG mir das entsprechende Umfeld, die erforderliche Unterstützung und die nötigen Weiterbildungsprogramme geboten, um meine Karriere selbst gestalten zu können.