ESG führt EU-Studie zu Grenzüberwachung durch
Die ESG führt seit Januar 2009 eine technische Studie zur zukünftigen EU-Grenzüberwachung (EUROSUR) durch.
Fürstenfeldbruck, den 19. Oktober 2009
Die Verhinderung unerlaubter Grenzübertritte, die Erhöhung der Inneren Sicherheit der EU durch Eindämmung der grenzüberschreitenden Kriminalität und die Verringerung der Zahl von Menschen, die bei dem Versuch illegal in die EU einzuwandern sich in Lebensgefahr bringen, sind die Ziele des Aufbaus eines Europäischen Grenzüberwachungssystems (EUROSUR).
Die „Technische Studie zur Entwicklung von Konzepten für eine Grenzüberwachungsinfrastruktur, ein sicheres Kommunikationsnetz und ein Informationsbild des Grenzvorbereichs im Rahmen eines Europäischen Grenzüberwachungssystems“ wurde von der Generaldirektion für Justiz, Freiheit und Sicherheit der Europäischen Kommission Anfang 2009 an die ESG vergeben.
Die ESG führt die Studie als Hauptauftragnehmer mit Beteiligung der Firmen THALES, EADS, SELEX-SI sowie der Universität der Bundeswehr in München durch.
Die illegale Immigration über ihre Land- und Seegrenzen ist eines der drängendsten Probleme der Europäischen Union. Mit EUROSUR soll, in einem umfassenden und integrierten Ansatz, eine signifikante Verbesserung der Sicherheit an den EU-Außengrenzen erreicht und die gemeinsame „EU Border Management Strategy“ materialisiert werden. Durch eine Reihe von technischen Konzepten sollen die Behörden der Mitgliedstaaten auf lokaler Ebene effizient handeln, auf nationaler Ebene reglementieren, auf europäischer Ebene koordinieren und mit benachbarten Drittstaaten kooperieren können.
Die Ergebnisse der Studie sollen die Europäische Kommission unmittelbar dazu befähigen, die über den „European External Borders Fund“ bereitgestellten Mittel so effizient wie möglich einzusetzen und damit die Vision von EUROSUR systematisch zu verwirklichen.
Die Studie liefert alle notwendigen Konzepte, systemische und technische Spezifikationen sowie erste Kostenschätzungen, um nationale Überwachungssysteme an Land- und Seegrenzen unter Berücksichtigung modernster Technologien und Technologiestandards aufzubauen oder bereits bestehende Systeme zu erweitern.
Zusätzlich sind neue, nationale Kontrollzentren (NCCs) der Mitgliedsstaaten zu entwickeln und systematisch zu vernetzen. Diese NCCs sind elementarer Bestandteil eines integrierten Europäischen Außengrenzenmanagements. Diese sollen einerseits als zwischenstaatliche Kommunikationsknoten dienen und andererseits die heterogenen, nationalen Ausprägungen diverser beteiligter Behörden (beispielsweise Zoll, Polizei, Grenzschutz, Küstenwache, Militär) unter dem Dach einer gemeinsamen Koordinationszentrale vereinen. Hierzu werden insbesondere die Daten der Überwachungssensoren zu jeweils nationalen Lagebildern („National Situational Picture“ NSP) verdichtet.
Die Vernetzung der NCCs sowie der EU-Behörde FRONTEX erfolgt über ein ebenfalls zu spezifierendes sicheres Kommunikationsnetzwerk („Communication Information System“ CIS). Hier wird erstmals ein über die NSPs der Mitgliedstaaten aggregiertes und um europäische Erkenntnisse angereichertes Gesamtlagebild entstehen („European Situation Picture“ ESP).
Darüber hinaus wird für FRONTEX die Architektur für ein „Common Prefrontier Intelligence Picture“ (CPIP) erstellt, welches den Fokus auf die vorgelagerten Grenzbereiche legt. Ziel ist es, unter anderem über die Auswertung von Open Source Intelligence (OSINT) und Imagery Intelligence (IMINT) neue Migrations-Trends, Risiken und Bedrohungen für die EU-Außengrenzen frühzeitig zu identifizieren.
Anfang August hat die ESG die geforderten Spezifikationen an die Europäische Kommission geliefert. Sie wurden bereits durch die Experten der EU-Mitgliedsstaaten evaluiert. Dabei wurde der ESG bescheinigt, alle an die Studie gestellten Forderungen zu erfüllen. Zum Nachweis wesentlicher Anteile der CIS- und CPIP-Konzepte wird Ende November 2009 in Kooperation mit 6 ausgewählten Mitgliedsstaaten und FRONTEX ein Pilotprojekt durchgeführt.
Die bisher nachgewiesenen und durch die EU-Kommision bestätigten Projektfortschritte unterstreichen erneut die herausragende Expertise der ESG als Technologie- und Prozessberater sowie die Kompetenz bei der Durchführung komplexer Studien in den Bereichen Geo-IT, Kommunikation und IT-Systemintegration.
Seit über vier Jahrzehnten zählt die ESG zu den führenden deutschen Unternehmen für die Entwicklung, Integration und den Betrieb von Elektronik- und IT-Systemen. Mehr als 1200 Mitarbeiter weltweit erbringen für Kunden aus Militär, Behörden und Industrie Leistungen in der Logistik, der Systementwicklung, dem Training und der Beratung.
Unabhängige Prozess- und Technologieberatung ist eine der Schlüsselkompetenzen der ESG. Technologietransfer zwischen den Märkten ist die Basis für einen entscheidenden Beitrag zur Wertschöpfung unserer Kunden.
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