Hightech-Ausrüstung für Polizeihelikopter
Automatische Objekterkennung und Bildverarbeitungsalgorithmen sollen Hubschrauberstaffeln bei Einsätzen unterstützen.
Berlin, den 23. Mai 2008
Die Polizeihubschrauberstaffel des Freistaates Thüringen bekommt eine der modernsten Helikopterausrüstungen Europas. Derzeit wird bei der in Erfurt stationierten Staffel der Polizeitaktische Arbeitplatz (PTA), eine Entwicklung der ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, integriert. Die Besucher der ILA 2008 können sich schon jetzt von den Vorteilen dieser Hightech-Lösung überzeugen: Während der Messe stellt die ESG an ihrem Stand in Halle 7 einen Demonstrator des PTA aus.
Der Polizeitaktische Arbeitsplatz wird in bestehende und neue Polizeihubschrauber eingebaut. Das Prinzip: Verschiedene Einzelgeräte, von Kameras über Bildverarbeitungsprogramme bis zu Kommunikationsmitteln, werden in ein gemeinsames System mit einheitlicher Benutzerschnittstelle integriert. Damit wird die Komplexität von Hubschraubereinsätzen verringert; die Polizisten bekommen zugleich verschiedene Zusatzlösungen, die sie bei Einsätzen wirkungsvoll unterstützen.
So beinhaltet der PTA das System AUTOPOL, das in den Polizeihubschraubern erstmals einsatzfähig realisiert wurde. Die Entwicklung des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS kann in Verbindung mit einer Wärmebildkamera aus der Luft Personen detektieren und Fahrzeuge markieren, auch dann, wenn diese für den Mensch kaum erkennbar sind. Das PTA-System steigert in Verbindung mit AUTOPOL und einer digitalen Bildverarbeitung die Einsatzfähigkeit durch eine beinahe verlustfreie Datenverarbeitung deutlich . Bei einer Vermisstensuche, wo direkter Sichtkontakt vom Hubschrauber wegen Dunkelheit, Nebel oder Hindernissen (etwa Bäumen) nicht möglich ist, kann dieses System Leben retten.
Der PTA basiert dabei vollkommen auf digitaler Technologie. Bisher funktionieren die meisten Geräte der Polizei, etwa Kameras, in Teilen analog. Daten werden per Video-Switch digitalisiert und anschließend weiterverarbeitet. Der Grund für dieses komplizierte Verfahren sind die hohen Anforderungen, die an die Einzelkomponenten im Hubschrauber gestellt werden: So müssen etwa Kameras die Bilddaten in einem rotierenden System in Echtzeit übertragen und auch dann noch scharfe Bilder von Personen am Boden liefern, wenn der Hubschrauber außer Hörweite, also mehrere Kilometer entfernt, ist. Benötigt wird also eine Art „Super-Zoom“. Die technische Weiterentwicklung der HD-Technologie ermöglicht nun aber auch entsprechend hochauflösende Digitalkameras.
Derzeit entwickelt die ESG außerdem ein Verfahren, um Geschwindigkeitsmessungen aus der Luft durchführen zu können. Das Forschungsprojekt stößt bei Polizeien in ganz Europa auf großes Interesse. Die Schwierigkeit: Gemessen wird nicht – wie etwa bei einem Radarblitzgerät – von einem festen Standpunkt aus, sondern aus dem bewegten Hubschrauber. Bisher entwickelte Technologien scheitern größtenteils an dieser Komplexität und liefern kein Material, das auch vor Gericht verwendet werden kann. Mit der künftigen ESG-Lösung sollen die Polizeien belastbarere und exaktere Daten bekommen.
Verbesserte Überwachungsmöglichkeiten etwa bei Großveranstaltungen, die Möglichkeit, flüchtige Verbrecher aus der Luft besser als bisher zu verfolgen, eine nachhaltige Entlastung der polizeilichen Einsatzkräfte und damit ein deutliches Plus an mehr Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger sowie die wirtschaftliche Weiterentwicklung des Gesamtsystems sind die Vorteile des PTA. Mit der Entscheidung für dieses System hat sich die Polizei für eine zukunftssichere Hightech-Lösung entschieden.
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