Sensorgestützte Landehilfe für Bundeswehrhubschrauber
Experimentalhubschrauber MAT der ESG ermöglicht zeitnahe Modernisierung der CH-53 für Auslandseinsätze.
Berlin, den 23. Mai 2008
Im Auftrag des Bundesamts für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) entwickelt die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH zurzeit Lösungen für eine sensorgestützte Landehilfe von Hubschraubern. Zentrales Hilfsmittel bei diesem Entwicklungsvorhaben ist der Missionsausrüstungsträger MAT. Besucher der ILA Berlin Air Show (27.5.-1.6.2008) können den Experimentalhubschrauber im Zelt des BWB (Halle 3) und als Modell am ESG-Stand (7/7411) besichtigen.
Der von der ESG entwickelte Missionsausrüstungsträger MAT ist ein fliegender Versuchsträger, mit dem Hubschrauberkomponenten bereits in der Entwicklungsphase unter operationellen Bedingungen getestet werden können. Das System hat große Bedeutung in Hinblick auf die Einführung neuer Helikopter sowie bei der Modernisierung eingeführter Hubschrauber. Halter des MAT ist die Wehrtechnische Dienstelle 61 der Bundeswehr.
Kern des MATs sind zwei völlig getrennte Elektroniksysteme – ein "Versuchssystem" und ein "Sicherheitssystem". Im Versuchssystem können Komponenten getestet werden, die noch nicht für den Betrieb in Luftfahrzeugen zugelassen sind, denn das Sicherheitssystem gestattet es jederzeit, einzugreifen und den Hubschrauber sicher zu fliegen. Basis des MAT ist eine komplett umgestaltete UH-1D. Zwei Geräteträger am Bug erlauben die Befestigung von Sensoren mit bis zu 140 Kilogramm Masse.
Erste Aufgaben des MAT waren Tests zur Überprüfung von Modellen der Bundeswehr zu Vorhersagen von Sichtreichweiten mit Wärmebildgeräten. Mit den derzeitigen Tests für eine sensorgestützte Landehilfe von Hubschraubern soll ein drängendes Problem gelöst werden, das besonders bei Auslandseinsätzen auftritt: Wenn Helikopter auf unbefestigtem Gelände aufsetzen müssen, wirbelt der Rotor meist so viel Staub oder Schnee auf, dass die letzten Meter quasi im Blindflug stattfinden.
Auf der ILA 2008 führen ESG und BWB rund um den Missionsausrüstungsträger im BWB-Zelt Sensoren für die Landehilfe vor, etwa hochgenaue Radarentfernungs- und Driftmesser, staubduchdringende Laserscanner und Laufzeitkameras. Weiterhin können die Messebesucher sich über ein Wärmebildgerät der dritten Generation und ein Zwei-Band-Wärmebildgerät informieren.
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